Die Stadtverwaltung Glauchau bereitet aktuell den Abbruch und die Entsorgung der maroden Gebäude einschließlich der Beseitigung von Abfalllagerungen auf dem Gelände des ehemaligen Fahrzeuggetriebewerkes II in der Färberstraße 27 vor.  Nach erfolgter Beseitigung aller baulicher Anlagen wird die Fläche hergerichtet und großflächig begrünt. Die dafür berechneten Kosten belaufen sich auf ca. 3,4 Millionen Euro. Durch Fördermittel aus dem „Europäischen Fond für regionale Entwicklung“ wird das Vorhaben mit einem Fördersatz von 80% der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt.
 
Sprengung des Schornsteins am 11. Mai 2021

Auf dem Gelände des ehemaligen Fahrzeuggetriebewerks sind die alten Industriebauten und Hallen abgebrochen. Beim Abriss fielen ca. zwei Tonnen asbesthaltige Baustoffe, 50 Tonnen teerhaltige Stoffe und ca. 4.500 Tonnen Beton an sowie 5.000 Tonnen Ziegel und anderes Material, wie Glas, Holz oder Kunststoff, das entsorgt werden musste.

Einzig der 46 Meter hohe Industrieschornstein blieb zunächst noch stehen. Am 11. Mai 2021 wurde er gesprengt. Hierfür wurde im Vorfeld eine großzügige Evakuierungs- und Sicherheitszone eingerichtet. Entsprechend den Vorgaben der verantwortlichen Sprengexperten der Thüringer Sprenggesellschaft mbH in Kaulsdorf wurde die Evakuierungszone vollständig von Personen freigehalten; Absperrposten sicherten die Zonen. Mit der Sicherheitszone wurde ein größerer Abstand der Menschen, die als Zaungäste das Ereignis vor Ort mitverfolgten, zur Sprengstelle gewährt. Im Einsatz waren auch mehrere Einsatzkräfte zur Absicherung der Sprengung. Die Sprengung kurz nach 16:00 Uhr wurde durch Sprengsignale angekündigt und auch wieder beendet. Nach einem lauten Knall kippte der Schornstein in die ausgemachte Richtung und fiel in sich zusammen. Von allen Seiten ertönte daraufhin Applaus, der verhallte, als eine riesige Staubwolke nachkam und die Sicht auf das Geschehene kurzzeitig sperrte. Sie legte sich jedoch bald und alle Verantwortlichen und Beteiligten zeigten sich zufrieden.

Was die weiteren Arbeiten der Gesamtmaßnahme angeht, so wird als nächster Schritt alles Unterirdische abgetragen und – wie schon das Material der abgebrochenen maroden Gebäude – anschließend entsorgt. Nach erfolgter Beseitigung aller Gebäude und Abfälle werden als Abschluss des Vorhabens in einem zweiten Bauabschnitt die Freianlagen gestaltet und großflächig begrünt. Dabei ist vorgesehen, den Mühlgraben freizulegen.

Die Kosten für das Gesamtvorhaben liegen bei 3,4 Millionen Euro. Durch Fördermittel aus dem „Europäischen Fond für regionale Entwicklung“ (EFRE) wird das Vorhaben mit einem Fördersatz von 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten unterstützt.


 

Zum Jahreswechsel 2020/2021 konnte die Stadt Glauchau nach langjährigen Bemühungen Eigentümer der ehemaligen Industriebrache im Stadtteil „Wehrdigt“ werden. Somit sind die Voraussetzungen gegeben, mit Unterstützung von Geldern aus dem Programm der Integrierten Brachflächenentwicklung die Beseitigung des maroden Bauwerkes voranzutreiben.
Ein Bescheid über Fördermittel aus dem „Europäischen Fond für regionale Entwicklung“ über eine Zuwendung von 80 % der zuwendungsfähigen Kosten liegt vor. Aktuell wird von Gesamtkosten in Höhe von 3.515.000 € für den Abbruch und 435.000 € für die anschließende Flächengestaltung und einem Umsetzungszeitraum bis Ende des Jahres 2022 ausgegangen.

Baufortschritt:
Seit Mitte April diesen Jahres ist der Abbruch auf der etwa 16.656,00 m² großen Fläche der ehemaligen Färberei Palla an der Wilhelmstraße im Rahmen des 1. Teilprojektes „Abbruch“ - Abbruch ehemalige Färberei Wilhelmstraße 26, Glauchau - SAB-Nr. 100355514 im Gange.
Der Abriss und die Entsorgung umfasst 39 Gebäude, teilweise Gebäudekomplexe mit einer Größe von 86.790 m³, 4.335 m²befestigte Flächen, 11 m³ Außentreppen, eine 63 m³ große Lieferrampe, unterirdischen Bauten (Altfundamente, Klärgruben, Kanäle etc.) von 1.000 m³ und die Geländeeinfriedung mit 349 lfdm. Weiterhin das Auskoffern und Entsorgen von zum Teil kontaminierten Auffüllungen, u.a. mineralischen Abfällen sowie 3.000 m³Böden bis einschließlich DK III nach DepV und die Herstellung eines Grobplanums mit einer Fläche von 16.656,00 m².
 
Durchgeführte Altlastenuntersuchungen in den Jahren 2012/2013 zeigten punktuelle nutzungsbedingte Belastungen von Teilflächen der Industriebrache durch PAK, MKW, BTEX, LHKW. Ferner wurden erhöhte Schwermetallkonzentrationen im Boden (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel und Zink) festgestellt. Die Revitalisierungsmaßnahme hat u. a. das Ziel, vorhandene Bodenkontaminationen (Bodenbelastungen, Bodenverschmutzung bzw. Bodenverunreinigung) zu beseitigen.
 
PAK          Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe
MKW        Mineralölkohlenwasserstoffe
LHKW       Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe
BTEX         Benzol, Toluol, Ethylbenzole, Xylole; aromatische Kohlenwasserstoffe
 
Unbefugten ist das Betreten oder Befahren der Flächen der Industriebrache grundsätzlich verboten. Es gilt „Baustelle Betreten verboten“.

 

An dieser Stelle wird regelmäßig über den Baufortschritt berichtet.